Ratgeber

Reisen mit Rollator: Die Reise beginnt an der Haustür

Die Enkel zwei Länder weiter, die Schwester am Meer, die Stadt, die du immer sehen wolltest. Ein Rollator beendet das Reisen nicht; er macht es wieder möglich, wenn du die Regeln kennst. Sie sind freundlicher als gedacht: Fluggesellschaften nehmen ihn kostenlos mit, Züge haben einen Platz für ihn, Taxis nehmen ihn in den Kofferraum. Hier ist die praktische Fassung.

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Kurz gesagt

Fluggesellschaften befördern deinen Rollator als Mobilitätshilfe kostenlos, meist bis zum Gate; in Zügen gibt es Plätze mit Raum daneben, du musst also selten falten; ein längs gefalteter Rollator passt in die meisten Taxi-Kofferräume. Miss dein Faltmaß, pack ein leichtes Regencape, ein Kabelschloss und einen Gepäckgurt ein und fotografiere den Rollator vor dem Einchecken. Bei der Deutschen Bahn meldest du Ein- und Umsteigehilfe bis 20 Uhr am Vortag bei der Mobilitätsservice-Zentrale an. Frag im Hotel nach einem Zimmer nahe am Aufzug und einer bodengleichen Dusche.

Gleis 4, der 10:12, ein Fensterplatz

Fliegen

In der EU ist ein Rollator nach der Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 eine Mobilitätshilfe: Er reist kostenlos und zusätzlich zu deinem Freigepäck, und du darfst ihn bis zur Flugzeugtür benutzen. Am Gate wird er mit einem Anhänger versehen und in den Frachtraum gebracht, bei der Ankunft wieder an die Tür – sag beim Check-in, dass du ihn „an der Flugzeugtür“ zurückhaben möchtest, und erinnere das Personal am Gate daran. Gib schon bei der Buchung an, dass du mit Gehhilfe reist und ob du am Flughafen Unterstützung brauchst; der kostenlose Assistenzdienst bringt dich bei langen Wegen mit Rollstuhl oder Elektrowagen durch die Sicherheitskontrolle bis zum Gate. Manche Airlines fragen nach dem Faltmaß; halte es bereit.

  • Falten, die Bremszüge vom Rahmen weg festbinden, die Tasche abnehmen und mit an Bord nehmen.
  • Einen Anhänger mit Name, Telefonnummer und Zielort am Rahmen befestigen.
  • Vor dem Einchecken fotografieren. Schäden müssen gemeldet werden, bevor du die Ankunftshalle verlässt.
  • Ein Faltstock kommt mit in die Kabine; die Sicherheitskontrolle kann ihn durchleuchten wollen.
  • Den Assistenzdienst spätestens 48 Stunden vorher anmelden – in der EU ist er kostenlos.

Bahn

Mit dem Zug reist es sich am leichtesten mit Rollator: kein Falten, kein Frachtraum, ein Sitzplatz mit dem Rollator daneben. Rollatoren reisen kostenlos mit. Plätze für mobilitätseingeschränkte Reisende sind gekennzeichnet; der Rollator steht mit festgestellten Bremsen neben dir oder im Gepäckbereich am Wagenende, am besten mit dem Kabelschloss an einer Stange. Regionalzüge haben oft einen niedrigen Einstieg; Fernzüge können Stufen haben – melde dann Einstiegshilfe an.

Hinweise nach Land: Bahn
LandBahnWas du wissen solltest
DeutschlandDBDie Mobilitätsservice-Zentrale organisiert Ein-, Aus- und Umsteigehilfe; Anmeldung online unter msz.bahnhof.de oder telefonisch unter 030 65212888, bis 20 Uhr am Vortag, für Hilfe im Ausland 24 Stunden vorher. Viele ICE und IC haben Stufen – frag nach dem Hublift.
ÖsterreichÖBBDas ÖBB-Kundenservice für mobilitätseingeschränkte Reisende organisiert Hilfe beim Ein- und Aussteigen; rechtzeitig vorher anmelden.
SchweizSBBDas SBB Contact Center Handicap organisiert Ein- und Ausstiegshilfe an vielen Bahnhöfen; Anmeldung vor der Reise.
FrankreichSNCFAssist'enGare (kostenlos) für Hilfe beim Einsteigen; im TGV passt ein gefalteter Rollator ins Gepäckregal.
ItalienTrenitaliaDie Sala Blu organisiert Hilfe an größeren Bahnhöfen; rechtzeitig vorher buchen.
GroßbritannienNational RailPassenger Assist, buchbar bis zwei Stunden vorher; Rampen an den meisten Bahnhöfen.

Bus, Straßenbahn und Taxi

In Bus und Straßenbahn gehört der Rollstuhlplatz dir, wenn er frei ist: Rollator rückwärts hineinschieben, Bremsen feststellen, eine Hand am Rahmen, setzen, wenn daneben ein Sitz ist. Niederflurbusse senken sich ab, wenn du die Fahrerin darum bittest. Im Taxi passt ein längs gefalteter Rollator in den Kofferraum jeder Limousine; eine Querfaltung braucht oft einen Kombi oder Van. Sag bei der Bestellung, dass du einen Faltrollator dabeihast, oder schreib es in die Notiz der App.

Einmal messen, immer reisen

Faltbreite, Falthöhe, Falttiefe und Gewicht: vier Zahlen auf einer Karte in deiner Geldbörse. Fluggesellschaften, Taxizentralen und Hotelrezeptionen fragen alle dasselbe, und „etwa 25 mal 70 mal 60 Zentimeter, fünf Kilo“ beendet das Gespräch.

Mietwagen und Kofferraum

Buch ein Auto mit Schräg- oder Kombiheck; ein auf 25 cm gefalteter Rollator steht hinter dem Vordersitz fast jedes Autos, aber du hast ja auch einen Koffer. Ein Automatikgetriebe schont ein schwaches Knie. Frag am Schalter nach einem Parkplatz nahe dem Ausgang, wenn du das Auto zurückgibst.

Hotels und Ferienwohnungen

Frag nach einem Zimmer nahe dem Aufzug, einem Bad mit bodengleicher Dusche oder einer Wanne mit Haltegriff und einem Stuhl mit Armlehnen im Zimmer. Die meisten Hotels haben ein paar solche Zimmer und geben sie denen, die fragen. In Ferienwohnungen ist meist der Eingang das Problem: Stufen ohne Geländer, eine schmale Tür. Lass dir vor der Buchung ein Foto von Haustür und Bad schicken; Vermieter kennen das. Ein Faltrollator, der von allein steht, passt in jedes Zimmer, ohne die Tür zu blockieren.

Was für den Rollator in den Koffer gehört

  • Ein Regencape, das dich und die Tasche bedeckt.
  • Ein Kabelschloss für Caféterrassen, Gepäckregale im Zug und den Frühstücksraum im Hotel.
  • Ein Gepäckgurt, um einen kleinen Koffer für den Weg durch den Bahnhof auf dem Sitz festzuzurren (vor dem Hinsetzen abladen).
  • Ersatz-Gummipuffer, wenn du auch einen Stock mitnimmst; eine Minipumpe bei Luftreifen.
  • Eine Umhängetasche für Ausweis, Handy und Geldbörse, damit die Hände an den Griffen bleiben.

Kreuzfahrten und Busreisen

Kreuzfahrtschiffe gehören zu den rollatorfreundlichsten Urlauben: ebene Decks, Aufzüge, breite Türen. Buch früh eine barrierefreie Kabine und frag nach Tenderhäfen, in denen kleine Boote die Gäste an Land bringen und ein Rollator manchmal nicht mitdarf. Busreisen sind schwieriger – steile Stufen, lange Tage –, also frag den Veranstalter vor der Buchung nach Bussen mit Einstiegshilfe und danach, wie viel gelaufen wird.

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Fragen, die uns Frauen stellen

Kann ich meinen Rollator kostenlos mit ins Flugzeug nehmen?

Ja. In der EU ist ein Rollator eine Mobilitätshilfe und reist kostenlos zusätzlich zu deinem Gepäck. Du benutzt ihn bis zur Flugzeugtür; dort kommt er in den Frachtraum und bei der Ankunft an die Tür zurück. Gib ihn bei der Buchung an.

Muss ich den Rollator im Zug falten?

Meist nicht. An Plätzen für mobilitätseingeschränkte Reisende und im Mehrzweckbereich ist Platz für einen Rollator neben dir, mit festgestellten Bremsen. In einem vollen Zug oder im Gepäckregal braucht ein gefalteter Rollator weniger Platz; ein Kabelschloss hält ihn dort, wo du ihn gelassen hast.

Wie melde ich bei der Deutschen Bahn Hilfe an?

Über die Mobilitätsservice-Zentrale: online unter msz.bahnhof.de oder telefonisch unter 030 65212888, spätestens bis 20 Uhr am Vortag; für Hilfe im Ausland 24 Stunden vorher. Dort werden Ein-, Aus- und Umsteigehilfe organisiert.

Passt ein Rollator ins Taxi?

Ein längs gefalteter Rollator mit 25–30 cm Faltbreite passt in den Kofferraum jeder Limousine; eine Querfaltung braucht oft einen Kombi. Sag es der Zentrale oder schreib es in die App.

Was sollte ich das Hotel fragen?

Nach einem Zimmer nahe dem Aufzug, einer bodengleichen Dusche oder einer Wanne mit Haltegriff, einem Stuhl mit Armlehnen und ob der Eingang stufenlos ist. Die meisten Hotels können alle vier, wenn man bei der Buchung fragt.

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